Rund und g’sund: Füttern wir unsere Pferde krank?

Für jedes Problem, für jegliche Pferderasse und Reitweise gibt es ein Spezial-Müsli, Getreidemischungen und andere Ergänzungsfuttermittel. Dabei fällt es nicht leicht, den Überblick zu bewahren. Zudem mögen wir es alle gern, wenn unser liebster Goldschatz etwas Leckeres zum Mampfen bekommt. ABER genau hier lauert die Gefahr: Gerade Haflinger sind besonders leichtfuttrig und vertragen das unwillkürliche „Reinstopfen“ einfach nicht. Ich schreibe über dieses Thema aus meiner eigenen Betroffenheit. Durch meine Rehe-Stute musste ich lernen, konsequent zu sein und penibel auf Inhaltsstoffe diverser Futtermittel zu achten und mich auf keinen Fall hinreißen zu lassen.

SONY DSC

Das menschliche Auge „frisst“ mit und bemisst Futterrationen automatisch großzügiger. Wir schätzen eine grüne, saftige Weide als besonders gesund ein und glauben unserem Blondschopf damit was Gutes zu tun. Dabei wissen wir alle, dass Haflinger „Meister der Kargheit“ sind und wenig Futter brauchen, um bei Figur zu bleiben. Pony- und Robustrassen neigen zur Verfettung. Wie können wir das vermeiden?

1.) Weniger ist oft mehr: Ja, du hast ganz richtig gelesen. Wichtig ist, dass wir es nicht zu gut meinen. Ein Freizeitpferd bei mäßiger Arbeit benötigt kein Kraftfutter. Lass‘ dich nicht von anderen Pferdebesitzern verunsichern und verzichte im Zweifelsfall lieber auf die Extra-Portion. Ich muss zugeben, dass ich seit der Rehe wirklich sehr streng geworden bin und es bei uns wirklich keine unnötigen Extras gibt. Natürlich hört man da auch mal Sätze wie „Sei doch nicht so!“, „Gönn‘ ihr doch was!“, „Es ist doch nur eine Karotte!“, aber ganz ehrlich da steht man doch locker drüber. Man weiß ja, dass es zum Wohle des vielleicht eh schon etwas zu runden Hafis ist. 🙂 Wichtig ist auch den Weidegang zu kontrollieren und nur in Maßen zu ermöglichen. Heutige Hochleistungswiesen werden schnell unterschätzt und liefern viel Energie. Die Herausforderung ist nun, ausreichend Raufutter zur Verfügung zu stellen. Pferde haben einen kleinen Magen und sind darauf ausgerichtet, viele kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Ein Heunetz kann hier beispielsweise helfen.

2.) Qualität statt Quantität und sinnvolle Nährstoffe: Besonders ältere Pferde haben einen erhöhten Vitamin- und Mineralbedarf. Sie brauchen doppelt so hohe Mengen an speziellen Vitaminen und deutlich mehr Zink, Selen und Kupfer. Der Markt bietet unzählige abgestimmte Futtermittel. Wir achten immer darauf, dass sie nicht zu viel Zucker und Getreide enthalten und für leichtfuttrige Haflinger geeignet sind. Nicht nur ältere Pferde, sondern auch jüngere Pferde können in besonderen Situationen spezielle Anforderungen an die Fütterung stellen (Fellwechsel, Training, Temperatur & Co.). Abgesehen davon sind durch ausgelaugte Böden, geringe Kräuter- und Wiesenvielfalt weniger Nährstoffe in Heu und Weiden enthalten, da im Zuge der Industrialisierung auf reine Futterwiesen gesetzt wurde. Da macht die Zufütterung von wertvollen Nährstoffen Sinn. Die heutigen hochgezüchteten Wien haben einen sehr hohen Nährstoffgehalt und liefern somit zwar sehr viel Energie, aber weniger sinnvolle Nährstoffe als früher.

3.) Natürliche Produkte: Wir achten bei der pferdegerechten Futterauswahl auf natürliche Inhaltsstoffe. Dies ist unter anderem für das Immunsystem des Pferdes und das allgemeine Wohlbefinden wichtig.

4.) Die richtige Bilanz: Die Bilanz zwischen Bewegung, Raufutter und Nährstoffen muss stimmen. Kommt es hier zu einem Ungleichgewicht sind die Folge oft gesundheitliche Probleme. Wer sich wenig bewegt, kann natürlich nicht essen wie ein Hochleistungssportler, da er die Energie nicht verbraucht. So ist es auch bei unseren Pferden. Bekommen sie dauerhaft zu viel Energie zugeführt, die sie nicht verbrauchen können, wird das Pferd dick und krank. Durch fehlende Nährstoffe funktioniert der Stoffwechsel nicht mehr optimal und der Stoffwechsel entgleist.

Was passiert, wenn ich dauerhaft falsch füttere? Folge von Fütterungfehlern können zum Beispiel Hufrehe, Koliken, Arthrose, Stoffwechselerkrankungen wie das Equine Metabolische Syndrom und massive Hufprobleme sein.

Ähnliche Beiträge

Pferdige Deals auch in Österreich (Werbung.) Hallo, ich hab mich für dich mit der Online-Plattform RidersDeal befasst und mich gefragt, wie man dort eigentlich bestellt. Als Österreich...
Ein Herz für Edelweiß Wir möchten euch vom Pferdegnadenhof Edelweiß erzählen. Viele von euch haben ihn bereits bei den Haflinger-Austria Spendenaktionen, wie den Charity-St...
Hilfe, Sommerekzem! Was jetzt? Sommerekzem ist sehr belastend für Pferd und Besitzer und ein leider alle Jahre wiederkehrendes Problem. Denn Sommerekzem wird durch den Biss der Krie...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.