9 Dinge, die jeder Reiter tun sollte

Wir haben uns gefragt, was unsere wertvollsten Erfahrungen in unserem Reiterleben waren oder was wir unbedingt noch machen möchten – wovon wir träumen. Heute stellen wir uns die Frage, welche Erfahrungen und welche Dinge bringen einen Reiter nach vorne, was verbessert uns und unsere Beziehung zum Pferd und durch welche Erfahrungen bekommt man einen neuen Blick auf das Pferd und warum.

Ganz ohne Seil, schnuppere in die Freiarbeit. Foto: Haflinger Austria

Ganz ohne Seil, schnuppere in die Freiarbeit. Foto: Haflinger Austria

1.) Mit dem Pferd frei arbeiten und die Körpersprache einsetzen

Freiarbeit bringt dir einen völlig neuen Blickwinkel auf dich und dein Pferd und vor allem auf eure Kommunikation. Es stärkt das Band zwischen euch, steigert das Vertrauen und zeigt klare Schwachstellen auf. So erfährst du schnell und einfach, ob du klare Signale gibst und bekommst damit unmittelbar von deinem Pferd Feedback. Machst du dir oder dem Pferd dabei zum Beispiel zu viel Druck – oder bist du einfach nur unkonzentriert und nicht bei der Sache? Dein Pferd gibt dir unmittelbar Feedback. Bist du nicht bei der Sache, wird es das Pferd auch nicht sein. Setzt du euch oder das Pferd zu sehr unter Druck, wird es reißaus nehmen. Und dann? Ganz einfach! Akzeptiere das Pferd als selbstständiges Lebewesen mit eigener Meinung, nimm es nicht persönlich und lade es wieder zu dir ein – ohne euch unter Druck zu setzen. Denn, das Wichtigste dabei ist: Freiarbeit ist spielerisch, sie macht Spaß und lehrt dich, deine Signale zu verbessern und das Pferd im richtigen Moment zu belohnen.

Barhuf durch den Schnee. Foto: Haflinger Austria

Barhuf durch den Schnee. Foto: Haflinger Austria

2.) Sich mit dem Wunderwerk Pferdehuf auseinandersetzen

Die Hufe sind ein wesentlicher Grundstein für die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit deines Pferdes. Du kannst als Reiter viel dazu beitragen, um die Hufe deines Pferdes gesund zu erhalten. Schau deinen Hufbearbeiter bewusst über die Schulter, stelle ihm Fragen und befasse dich mit der Auswirkung der Fütterung und Haltung auf die Hufe, der richtigen Pflege und auf was du eigentlich bei der Hufbearbeitung achten solltest – du wirst sehen: Hufe sind so faszinierend. Es gibt mittlerweile tolle Bücher, Hufkurse und so viele Möglichkeiten an objektive Informationen rund um das Thema zu gelangen. Wir haben zum Beispiel vor einigen Jahren einen Hufkurs gemacht und seither haben wir keine Angst mehr, zwischendurch auch mal selbst die „Raspel“ oder das Hufmesser in die Hand zu nehmen. Natürlich sind wir wegen einem Kurs keine professionellen Hufpfleger, aber wir haben uns mit den Bedürfnissen unserer eigenen Pferde befasst, haben einen verbesserten Blick auf die Hufe unserer Pferde bekommen und die Besonderheiten der einzelnen Hufe kennengelernt.

Das Ergebnis machte uns stolz! Foto: Haflinger Austria

Das Ergebnis machte uns stolz! Foto: Haflinger Austria

3.) Dem Pferd eine Zirkuslektion oder einen kleinen Trick beibringen

Nur in kleinen Schritten und mit genauen Anweisungen, wird dein Pferd eine neue Lektion lernen. Du lernst hier viel über Lob und die Aufteilung einer Aufgabe in viele kleine Schritte. Du wirst schnell erkennen, dass du nur Schritt für Schritt und mit Geduld zum Ziel kommst und alles andere völlig kontraproduktiv ist. Du lernst dabei auch, dich auf dein Pferd zu konzentrieren und es aufmerksam zu beobachten und im richtigen Moment für einen kleinen Schritt in die richtige Richtung zu belohnen. Du wirst dabei viel über Motivation und das richtige Timing von Lob erfahren. Lobst du dein Pferd im falschen Moment, werdet ihr auf der Stelle treten. Lobst du dein Pferd zu wenig, wird es nicht motiviert sein, mit dir daran weiterzuarbeiten. Übst du zu lange, wird dein Pferd keine Lust mehr haben. Womit wir bei einem springenden Punkt sind: Das ist für dein Pferd echt Arbeit, es ist geistig anstrengend und wird dabei gefördert. Außerdem haben Zirkuslektionen einen gymnastizierenden Effekt und sprechen verschiedene Muskelgruppen an.

Einfach mal frei und natürlich am Pferd sitzen und das Gefühl genießen, sich tragen zu lassen und das Pferd unter sich zu spüren. Foto: Haflinger Austria

Einfach mal frei und natürlich am Pferd sitzen und das Gefühl genießen, sich tragen zu lassen und das Pferd unter sich zu spüren. Foto: Haflinger Austria

4.) Völlig frei oder zumindest ohne Steigbügel in der Bahn reiten

Die Freiheit auf dem Pferderücken spüren und ohne Sattel direkt am Pferd zu sitzen. Das ist ein besonders Gefühl für den Reiter. Noch besser und rückenschonender für das Pferd ist es, wenn du dabei ein gutes Reitpad verwendest, oder zum Beispiel so einen Filzsattel, wie wir ihn haben. Auch mit dem fühlst du dich sehr nah am Pferd, spürst die Bewegungen, die dein Pferd unter dir macht und kannst dieses Gefühl voll und ganz genießen. Das Reiten ohne Sattel bzw. mit Reitpad verbessert die physische Fitness, das Gleichgewicht und das Gefühl des Reiters für die Bewegungen des Pferdes – es fördert den unabhängigen Sitz. Wer sich so ganz ohne Sattel nicht traut, sollte mal versuchen ohne Steigbügel zu reiten oder sich ohne Steigbügel longieren zu lassen. Und wer vom Reitpad-Reiten nicht genug bekommt, kann ja vielleicht auch mal versuchen in der gesicherten Bahn einen Halsring auszuprobieren oder ohne Zaumzeug zu reiten. Aber bitte triff immer notwendige Sicherheitsvorkehrungen und fühle dich dabei sicher. Wenn du dich unsicher oder nicht wohl dabei fühlst, dann lass es lieber sein. Dies gilt für alle hier aufgezählten Punkte 😉

Mit dem Pferd schwimmen, baden oder plantschen. Foto: Haflinger Austria

Mit dem Pferd schwimmen, baden oder plantschen. Foto: Haflinger Austria

5.) Mit dem Pferd schwimmen

Wer einmal auf dem Pferd gesessen ist und mit ihm geschwommen ist, wird diesen Moment nie vergessen. Pferde können von Natur aus schwimmen und es ist eine ganz besondere und vor allem unvergessliche Erfahrung, dieses Wunder gemeinsam zu erleben. Man kann dabei wie beim Reiten am Pferd sitzen. Tipp: Wir würden den Sattel vorher runter geben und lieber ohne Sattel mit dem Pferd baden gehen 😉

Du wirst sehen, alles fühlt sich dabei so leicht und sanft an und es wird sich anfühlen, als ob du mit deinem Pferd durchs Wasser schwebst. Auch wenn es sich sanft anfühlt, sollst du aber nicht vergessen, dass das Pferd dafür ganz schön strampelt. Diese Strampelschläge sind nicht zu unterschätzen und du sollst daher nicht unbedingt direkt neben deinem Pferd herschwimmen. Die Möglichkeit zum Schwimmen mit Pferd bieten sich leider nicht für jeden, eine Alternative dazu wäre das Planschen im Bach ums Eck.

6.) Gemeinsam dösen und Nichtstun

Mit dem Pferd gemeinsam dösen und sich einfach mal dazu kuscheln. Als Kind haben es die meisten von uns gemacht: Wir waren den ganzen Tag im Pferdestall und haben stundenlang mit den Pferden gemeinsam gedöst, es stundenlang beobachtet und gekuschelt. Im Sommer im Gras sitzen und dem Pferd und der ganzen Herde zu sehen, wie sie miteinander umgehen, welches Pferd welche Charakterzüge zeigt und sie untereinander kommunizieren. So erfährst du mehr über die Ruhephasen, das Verhalten und die Gewohnheiten deines Pferdes und lernst sehr viel über das Herden- und Pferdeleben. Tipp: Versuche mal mit deinem Pferd Zeit zu verbringen, ohne dabei etwas „tun zu müssen“. Du wirst sehen es fällt am Anfang vielleicht schwer, aber ihr werdet von euren gemeinsamen Relax-Sessions bestimmt profitieren.

Hier erfährst du die besten Gründe, warum du deinen Haflinger massieren solltest. Foto: Haflinger Austria

7.) Die Anatomie des Pferdes erforschen und dein Pferd massieren

Mehr über die Anatomie des Pferdes und seine Bewegungsabläufe zu verstehen, hilft dir beim Reiten – aber auch beim Erkennen von möglichen Schwachstellen deines Pferdes. So kannst du dein Pferd gezielt gymnastizieren und verstehen, was dabei im Körper deines Pferdes vor sich geht. Befasse dich nicht nur mit der Muskulatur, sondern auch mit den Organen deines Pferdes, sowie der Verdauung und des Stoffwechsels. Daraus kannst du auch wichtige Informationen für die Haltung ableiten und die Füttern und Haltung deines Pferdes optimieren. Tipp: Versuch doch mal dein Pferd zu massieren und die Stellen zu entdecken, an denen es Streicheleinheiten ganz besonders mag.

Wir lernten Inline-Jöring. Foto: Haflinger Austria

Wir lernten Inline-Jöring. Foto: Haflinger Austria

8.) Eine komplett andere Disziplin versuchen

Du reitest Dressur und das war auch schon immer so, dann schnuppere doch in die Welt des Westernreitens, Springreitens, Working Equitation, Mounted Games, den Fahrsport oder zum Beispiel des Voltigierens. Man kann sich aus allen Richtungen wertvolle Inputs holen und Neues lernen. Du kannst dir daraus bestimmt auch was für deine Sparte mitnehmen und dies im Alltag mit deinem Pferd umsetzen. Du musst nur die Scheuklappen abnehmen und dich auf das lustige und abwechslungsreiche Experiment einlassen. So bekommst du einen Einblick in eine andere Zugangsweise zum Reitsport, kannst dir ein paar Tipps für dich und dein Pferd mitnehmen und dich besser in andere Reiter dieser Sparte hinein versetzen.

Ein Wanderritt schweißt zusammen. Achte aber darauf, dass ihr euch nicht überfordert und gut vorbereitet seid. Foto: Haflinger Austria

Ein Wanderritt schweißt zusammen. Achte aber darauf, dass ihr euch nicht überfordert und gut vorbereitet seid. Foto: Haflinger Austria

9.) Einen mehrtägigen Wanderritt unternehmen

Bei einem Wanderritt verbringt ihr viel Zeit miteinander und lernt euch noch besser kennen. Ihr werdet neuen Situationen und unbekanntem Gelände konfrontiert sein, diese Herausforderungen gemeinsam meistern und daran wachsen. Ein mehrtägiger Wanderritt birgt viele Vorteile für eure Beziehung und kann richtig zusammenschweißen. Wichtig ist, dass ihr euch dabei nicht überfordert und mit den richtigen Wanderreit-Partnern unterwegs seid, die selbe Vorstellungen vom Tempo haben. Wenn ihr gegenseitig auf euch Rücksicht nehmt, steht einem entspannten Abenteuer nichts im Weg. Denn das wichtigste ist immer das Wohl der Pferde und natürlich euer Wohl 😉 Außerdem ist bei einem Wanderritt die Vorbereitung das A und O: Ihr werdet sehen, schon das Training für den Wanderritt wird eure Beziehung fördern und dein Pferd mental und körperlich wachsen lassen.

 

 

 

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