Gebisslos im Gelände: Wareika im Test

Da wir uns entschieden haben mit Rabella vorerst ausschließlich gebisslos zu reiten, waren wir auf der Suche nach einer Alternative fürs Gelände. Das Gebiss schien mir für sie einfach zu klobig, zu groß für ihr kleines Mäulchen und ich merkte schnell, dass sie gebisslos mit dem Kappzaum besser lief als mit Gebiss. Also war ich in der Bahn und im Gelände mit dem Kappzaum unterwegs. Rabella ist jung und vor allem, wenn uns andere Pferde begleiten oder wenn wir alleine unterwegs sind und die Straße überqueren, genau dann hab ich mir mit dem Kappzaum (mit dem sie wirklich fantastisch läuft) trotzdem ein bisschen mehr Sicherheit gewünscht.

Auf der Suche nach dem kleinen bisschen mehr Sicherheit fürs Gelände und einem Zaum, das ich impulsartig im Gelände einsetzen kann und mit dem Rabella am lockeren Zügel das Gelände erkunden kann – bin ich auf die Wareika („Wanderreitkappzaum“ mit Über-Kreuz-Zügelführung) von Sieltec gestoßen. Nachdem ich für Sissy damals schon das Halfter für empfindliche Ohren von Sieltec erfolgreich verwendet habe und bereits stolze Besitzerin des Ski-Jöring-Sets von Sieltec bin, wollte ich nun die Wareika ausprobieren. Ein normales Side-Pull schien mir in dem Fall als „sinnlos“, da Rabellas Kappzaum maßgeschneidert ist und 100% optimal sitzt und ja über die Side-Pull-Funktion verfügt. Ein herkömmliches Hackamore kam fürs Erste nicht in Frage, ein Glücksrad wär schon eher unser Ding,… Nach langem Hin und Her entschied ich mich, die Wareika zu testen. Natürlich hätte ich mich auch auf die Suche nach einem schlankeren Gebiss machen können: Aber warum darauf zurückgreifen, wenn es auch ohne geht und ich doch merke, dass sie ohne deutlich besser läuft?

Achtet bei allen Zäumen und Halftern darauf, dass der Nasenriemen nicht zu tief sitzt. Foto: Haflinger Austria

Achtet bei allen Zäumen und Halftern darauf, dass der Nasenriemen nicht zu tief sitzt. Foto: Haflinger Austria

Unser erster Eindruck und die Anpassung

Ich schätze das besondere Material von Sieltec und vor allem, dass man die Produkte stufenlos verstellen kann. Mir ist es sehr wichtig, dass Zäume 100% passen und so kann ich sie 100% passend machen. Rabellas Kappzaum für die Bahn ist maßgeschneidert und so konnte ich auch die Wareika stufenlos an ihre Maße anpassen und einstellen. Die Passform war sehr gut und beim ersten Anprobieren zeigte sich, dass uns schon das „Anziehen“ Spaß machte. Denn: Man schlüpft einfach hinein und fertig: Ohne Schnallen ohne Hacken passt es sich ganz einfach an die Kopfform an. WICHTIG: Beim Anpassen habe ich akribisch darauf geachtet, dass der Nasenriemen nicht zu tief sitzt. Der Hersteller gibt an: Je tiefer es sitzt, desto stärker die Wirkung. In diesem Punkt muss ich ein klein wenig widersprechen: Rabella ist sehr sensibel und ich achte grundsätzlich (pferdeunabhängig) bei allen Zäumen darauf, dass der Nasenriemen hoch genug und dennoch unterhalb des Jochbeins sitzt. Beim Anpassen sollte man bedenken, dass vor allem der untere Nasenrücken eines Pferdes sehr empfindlich und auch verletzungsanfällig bei Druck ist. Es ist also wie bei allen Zäumen sehr wichtig, dass es nicht zu tief sitzt.

Die ersten Tests im Gelände waren ganz locker und entspannt. Foto: Haflinger Austria

Die ersten Tests im Gelände waren ganz locker und entspannt. Foto: Haflinger Austria

Erste Tests und Reiten im Gelände

Nach dem ersten Beschnuppern mit der Wareika in der Bahn und bei Spaziergängen, testeten wir sie nach und nach im Gelände. Nach wochenlangem Einsatz im Gelände können wir nun unser Fazit ziehen, dass die Wareika für uns im Gelände sehr hilfreich ist, da wir damit eindeutige, aber sanfte und impulsartige Hilfen geben können. Übrigens ist auch eine Kombination mit dem Gebiss möglich, was wir aber nicht ausprobiert haben, da es für uns nicht in Frage kommt: Wir waren ja auch der Suche nach einem gebisslosen Zaum 😉 Was uns an der Wareika gefällt, dass sie uns ein sicheres Gefühl gibt, obwohl wir im Gelände derzeit hauptsächlich am langen Zügel durch die Gegend bummeln. Rabella hat sich durch diese Sicherheit auch beim Überqueren der Straße sehr gut entwickelt. Dies war für uns nämlich mit dem einfachen Kappzaum anfangs immer etwas stressig: Rabella wurde dabei manchmal ungeduldig. Seit der Wareika funktioniert dies wirklich gut, wahrscheinlich hauptsächlich dadurch, dass ich mich mental einfach sicherer fühle. Seither steht sie meist total entspannt beim Überqueren der Straße und lauscht entspannt den Stimmkommandos.

Auch das Galoppieren im Gelände wird immer flüssiger und Rabella entdeckt die Freude am Wiesengalopp. Foto: Haflinger Austria

Auch das Galoppieren im Gelände wird immer flüssiger und Rabella entdeckt die Freude am Wiesengalopp. Foto: Haflinger Austria

Unser Fazit

Rabella läuft mit der Wareika von Sieltec zufrieden und entspannt im Gelände. Auch ich fühle mich damit entspannt und sicher, obwohl ich die Wareika nur sanft und impulsartig einsetze. Wir sind derzeit nur am durchhängenden Zügel im Gelände unterwegs. Oberste Priorität ist: Rabella das Gelände erkunden zu lassen und sie möglichst wenig zu stören ;). Es genügt uns zu wissen, dass man im „Notfall“ durch die Überkreuz-Zügelführung mehr Einwirkung erzielen könnte. Die Wareika verwenden wir auch gerne mal vom Boden aus in fremder Umgebung oder neuen Situationen. Positiv aufgefallen ist uns auch bei diesem Produkt  wieder das ausgeklügelte Konzept unter Verwendung des Sieltec-Hohlgeflechts, wodurch sich die Wareika gut anschmiegt und sich nach Annahme der Zügel diese auch wieder schön lockern. Hier gibt es keine vorgestanzten Löcher und bei der Anpassung ist man völlig flexibel. Zusätzlich können wir bezüglich des Materials noch einen weiteren Erfahrungswert einbringen: Es ist unverwüstlich und wird nicht dreckig. Das Material nimmt keinen Schmutz auf und bleibt wie neu (auch die Farben).

Für uns gibt es nichts Schöneres als dass sich Rabella immer unerschrockener und zugleich so neugierig im Gelände zeigt. Was sie ja grundsätzlich ist, da sie allerdings noch jung ist und wir bei so einem Ausritt immer wieder mal in völlig neue Situationen geraten, fühle vor allem ich mich mit dieser gebisslosen Alternative einfach sicher – ohne, dass ich auf ein für sie derzeit störendes Gebiss zurückgreifen muss. Toll finde ich es auch für unsere ersten Galopp-Strecken in der Gruppe, die sie bis jetzt immer ganz ruhig und gelassen gemeistert hat. Aber vor allem in der Gruppe bin ich der Meinung: Sicherheit geht vor! Rabella genießt es, die Welt zu entdecken und auch wenn sie mal etwas gruselig findet, will sie es sich meist ganz genau ansehen. Eine ganz tolle Eigenschaft von ihr: die ich sehr schätze!

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