Experteninterview: Sonnenschutz für Pferde?

Marie ist leidenschaftliche Reiterin und Produktentwicklerin für natürliche Pflegeprodukte für Pferde. Foto: CXEVALO

Marie ist leidenschaftliche Reiterin und Produktentwicklerin für natürliche Pflegeprodukte für Pferde. Foto: CXEVALO

Marie Stelzhammer ist nicht nur leidenschaftliche Reiterin, sondern auch Produktentwicklerin. Dadurch ist die Pferdepflegeserie CXEVALO® entstanden – ursprünglich, weil ihr New Forest Pony Merlin von einem starken Exkzem geplagt wurde. Marie hat vor kurzem den CXEVALO® Sonnenschutz für Pferde auf den Markt gebracht und wir wollten mehr über dieses Thema wissen. Wir haben uns zum Beispiel gefragt, ob es auch bei Pferden empfindlichere Hauttypen gibt und was dies für die Haltung bedeutet. Hier könnt ihr das spannende Interview zum Thema Sonnenschutz für Pferde nachlesen.

 

 

Muss man jedes Pferd, also auch dunkle Pferde, vor der Sonne schützen?

Jedes Pferd, egal ob hell oder dunkel muss an heißen und sonnigen Tagen die Möglichkeit haben, sich ein schattiges Plätzchen zu suchen. Für helle Pferde mit rosa Haut reicht das aber oft nicht aus – gerade in Anbetracht der immer aggressiver werdenden UV-Strahlung. Hier muss man die Haut aktiv vor der Sonne schützen z.B. mit einem UV-absorbierenden Netz oder einer Sonnencreme.

Wie merke ich, welcher Hauttyp mein Pferd ist? Ist das ähnlich wie beim Menschen?

Ganz genau, je heller, rosafarbener die Hautfarbe beim Pferd (und auch beim Menschen) ist, desto anfälliger ist die Haut für (sichtbare) UV-Schäden wie Sonnenbrand. Und je großflächiger die rosafarbenen Stellen auf der Pferdehaut, desto mehr Schutz braucht es. Aber auch Pferde mit dunkler Haut sollten in den Sommermonaten regelmäßig auf die Anzeichen eines Sonnenbrandes gecheckt werden.

Wie erkennt man einen Sonnenbrand beim Pferd?

Ganz typisch beginnt Sonnenbrand beim Pferd, wenn sich die zart rosafarbene Haut immer stärker rot färbt. Oft verändert sich dann auch das Hautbild – die sanfte weiche Haut wird härter und ledrig. In besonders schwerwiegenden Fällen kommt es zu nässender Bläschenbildung. Allerhöchste Zeit jetzt einzugreifen um irreversible Hautschäden zu vermeiden! Sonne ist jetzt erstmal so lange tabu, bis sich die Haut erholt hat.

Etwas schwieriger ist es, Sonnenbrand bei Pferden mit dunkler Haut zu erkennen. Hier ist es wichtig regenmäßig die Haut durch Fühlen auf Veränderungen zu überprüfen. Eine ausgiebige Streicheleinheit eignet sich dazu am besten. Fallen dir härtere Hautstellen mit leichten Bläschen oder Krusten auf, kann das auch auf der dunklen Haut auf Sonnenbrand deuten. Oft ist auch Juckreiz rund um Maul und Nüstern ein Zeichen für beginnenden Sonnenbrand.

Sonnenschutz für Pferde wird immer wichtiger. Foto: CXEVALO

Wie kann man Sonnenbrand beim Pferd vorbeugen?

Um Sonnenbrand bei gefährdeten Pferden vorzubeugen ist es notwendig, direkte Sonneneinstrahlung an heißen Sommertagen zu vermeiden. In vielen Fällen würde das aber bedeuten, dass die Pferde den ganzen langen, schönen Tag im Stall verbringen müssten. Damit werden unsere Lieblinge aber wohl keine große Freude haben. Eine weitere Möglichkeit ist es, ein Netz mit UV-absorbierendem Gewebe vor dem Pferdegesicht zu montieren. Oftmals hält eine derartige Maske aber nicht lang, denn viele Pferde versuchen sie schnellstmöglich wieder loszuwerden, außerdem bietet eine derartige Maske keinen Schutz an den „exotischeren“ Sonnenbrandstellen wie Körperteile mit abgeschubbertem Fell oder den Fesselbeugen. Also muss eine Sonnencreme für Pferde her – und die hat andere Anforderungen als eine Menschensonnencreme.

Worauf sollte man bei der Sonnencreme fürs Pferd achten? Was ist wichtig?

Es gibt drei Hauptpunkte, die eine Sonnencreme die für Pferde geeignet ist von einer Sonnencreme für menschliche Haut unterscheidet.

1. der pH-Wert: Produkte für den menschlichen Gebrauch sind auf einen pH-Wert von 5 – 5,5 eingestellt, also sauer. Für uns Menschen ist das der optimale pH-Wert. Pferdehaut hat einen anderen pH-Wert nämlich ca. 6,6. Was nach einem kleinen Unterschied klingt ist aber von riesiger Bedeutung für die Hautgesundheit deines Pferdes. Die Pflege mit zu sauren Produkten kann die Pferdehaut nämlich schädigen. Menschenprodukte (egal ob Shampoos, Cremen, Sprays und Co.) sind (fast) immer sauer und deshalb ist es für die Hautgesundheit deines Pferdes unbedingt notwendig, auf spezielle Pferdeprodukte zurückzugreifen.

2. das Fehlen von Alkohol: beinahe alle Sonnenschutzprodukte für den menschlichen Gebrauch enthalten Alkohol. Das hat unterschiedliche Gründe: zum Konservieren, für einen leichten Kühleffekt und/oder damit sich das Produkt leicht verreiben lässt. Bei Pferdeprodukten die hautsächlich in den sensiblen Bereichen rund um Nüstern, Maul, Augen und Ohren aufgetragen werden ist es super wichtig auf Alkohol zu verzichten. Alkohol könnte die ohnehin von der Sonne strapazierte Pferdehaut weiter reizen.

3. das Fehlen von Duftstoffen: viel Sonnenschutzprodukte für Menschen beinhalten (natürliche oder synthetische) Duftstoffe. Diese Duftstoffe können dein Pferd beim Riechen und Fressen irritieren. Oftmals kommt es dann zur Verweigerung von Futter oder allgemeinem Unwohlsein. Achte bei der Auswahl einer geeigneten Sonnencreme für dein Pferd also unbedingt darauf, dass sie geruchlos ist.

Gibt es auch hier unterschiedliche Lichtschutzfaktoren?

Aktuell (noch) nicht. Die CXEVALO Sonnencreme hat einen einheitlichen LSF von 30+ und bisher sind uns am Markt noch keine vergleichbaren Produkte untergekommen.

An welchen Körperstellen ist das Einschmieren mit Sonnenschutz besonders wichtig?

An allen Körperstellen an denen (rosa) Pferdehaut nicht von schützendem Fell bedeckt ist. Also besonders der Bereich rund um das Maul und die Nüstern. Manchmal auch im Bereich der Augen oder der Ohren. Nicht zu vernachlässigen sind darüber hinaus die Fesselbeugen und der Kronrand! Auch hier kann es zu Sonnenbrand kommen, gerade wenn dein Pferd weiße Beinchen hat. Schenke also auch diesen Bereichen im Sommer besondere Aufmerksamkeit.

Was tut man, wenn es doch zum Sonnenbrand gekommen ist?

Jetzt sollte die direkte Sonneneinstrahlung erstmal so lange gemieden werden, bis der Sonnenbrand abgeheilt ist. Am besten im kühlen, schattigen Stall – auch wenn es schwer fällt. Gleichzeitig leistet die CXEVALO Sonnencreme auch bei bestehendem Sonnenbrand Abhilfe. Das enthaltene Zinkoxid trägt maßgeblich zur Regeneration der geschädigten Haut bei und Sheabutter und natives Olivenöl machen die ledrig und hart gewordene Haut wieder geschmeidig. In besonders schweren Fällen ist als Ergänzung die CXEVALO Hautpflege zu empfehlen, der enthaltene Hamamelisextrakt und das hochkonzentrierte Provitamin B5 sorgen rasch wieder für ein normales Hautbild.

Wir bedanken uns bei Marie für das spannende Interview zu diesem für uns völlig neuen und dennoch so wichtigen Thema, denn die Sommermonate werden auch bei uns immer intensiver und die Belastung durch UV-Strahlung ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.

 

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