Gymnastizieren im Gelände

PHaflinger sind tolle Geländepferde. Mit ihrem ausgeglichenen Charakter, ihrer Gutmütigkeit aber auch mit ihrem Temperament, ihrer Neugierde und Leistungsbereitschaft sind sie optimal fürs Gelände geeignet. Mit gymnastizierenden Übungen in Wald und Wiesenwegen bringst du sinnvolle Abwechslung in deinen Ausritt oder Spaziergang.

So bringst du Abwechslung in deinen Geländeritt

Du und dein Haflinger seid lieber im Gelände unterwegs? Oder hast du keine Möglichkeit, auf einem Reitplatz zu trainieren? Dann versuch doch mal diese gymnastizierenden Übungen und setze sie gleich direkt in der freien Natur um. Jedes Pferd sollte gymnastiziert werden, damit es körperlich in der Lage ist, seinen Reiter unbeschadet zu tragen. Viele Pferde gehorchen am Reitplatz sehr gut, aber nehmen ihren Reiter im Gelände weniger ernst. Mit ein paar Übungen, die sich einfach beim Ausritt einbauen lassen, kann man dem entgegenwirken. Das Gelände bietet tolle erweiterte Arbeitsmöglichkeiten. Bodenunebenheiten trainieren die enorme Trittsicherheit des Haflingers noch mehr und schulen das Gleichgewicht, sowie die Aufmerksamkeit. Steigungen und Senkungen können zudem eine Übung erschweren oder erleichtern. Pferd und Reiter sind im Gelände auch oft motivierter und sehen mehr Sinn in der Übung. Muss man einem Baum ausweichen, erscheint dies oft sinnvoller als eine Stange in der leeren Bahn und der gymnastizierende Effekt ist derselbe.

1.) Vor- und Hinterhand

Vor- und Hinterhandwendungen lassen sich einfach im Gelände einbauen. Zäune oder Tore eignen sich auch sehr gut als optische Begrenzung. Vielleicht hast du sogar ein Tor in der Nähe, das du vom Pferd aus öffnen und schließen kannst.

2.) Schenkelweichen und Seitengänge

Auf Wegen kannst du Schenkelweichen und Seitengänge üben. Du kannst dabei den Wegrand entlang reiten oder vom einen Wegrand zum anderen hin und her reiten. Auch hier können Hecken und Zäune als optische Begrenzung dienen.

3.) Beine anheben

Jede Gelegenheit, bei der das Pferd seine Beine anhebt, bei beim Reiten über Stangen oder im Gelände bei Durchqueren eines Baches, eines Wurzelweges oder einer Wiese mit hohem Gras, trägt zum Aufbau der Bauchmuskulatur, zur Dehnung der Rückenmuskulatur und zur Kräftigung der Schultermuskulatur bei.

4.) Bergauf und bergab

Beim Überwinden von Hügeln und Steilhängen wird die Muskulatur des Pferdes trainiert, die Sehnen und Gelenke gestärkt und die Trittsicherheit gefördert. Beim Bergaufreiten muss die Hinterhand kräftig schieben. Das verbessert die Schubkraft. Beim Bergabreiten tritt die Hinterhand grundsätzlich mehr unter, um das Gewicht des Pferdes abzufangen. Doch nicht nur das Pferd, auch der Reiter schult dabei seine Balance. Flache Steigungen sollten im Schritt geritten werden, leicht ansteigende im Trab und steilere im schwungvollen Galopp. Ein bisschen Schwung als Hilfe darf schon sein.

5.) Halt und rückwärts bergauf

Das punktgenaue Halt lässt sich im Gelände überall üben und ist auch besonders wichtig, z.B. vorm Überqueren einer Straße. Versuch doch mal das Pferd an einem Hang zu halten mit dem Hintern nach oben. Als Zusatzübungen kannst du deinen Hafi nach dem Stopp ein paar Schritte rückwärts bergauf gehen lassen. Voraussetzung ist, dass dein Pferd auf der Gerade absolut sicher und durchlässig rückwärts geht. Das Rückwärtstreten am Hang trainiert nicht nur die Hinterhand, sondern ist auch das reinste Gehirnjogging für deinen Haflinger.

6.) Seitwärts über einen Baum

Es kommt häufig vor, dass im Gelände ein Baum liegt, besonders im Wald liegen sie oft sogar direkt über den Weg. Umgestürzte Bäume und dicke Äste sind das perfekte Equipment, um deinen Haflinger seitwärts weichen zu lassen. Der Stamm liegt beim Weichen quer unter dem Bauch des Pferdes. Lass es nun seitwärts über den Baum weichen. Natürlich lassen sich umgestürzte Bäume auch als Sprunghindernis verwenden. Ein geeigneter Sprung ist gut einsichtig. Achte auch darauf, dass vom Baum keine spitzen Äste abstehen und das die Bodenverhältnisse für einen Sprung geeignet sind.

Auch viele andere Übungen, wie zum Beispiel das Schulterherein, Übergänge, Tempokontrolle und -wechsel, Volten uvm. lassen sich toll im Geländeritt einbauen und machen auch draußen Spaß. Wer viel im Gelände unterwegs ist, sollte auf eine gute und sichere Ausrüstung achten. Doch nicht nur auf die Ausrüstung, sondern auch auf Spaziergeher, Wegbesitzer, Bauern und Jäger ist im Gelände zu achten. Im Zweifelsfall besser auf einen schönen Wiesengalopp verzichten und auf die Wünsche und Anliegen der Weg- und Feldbesitzer hören.

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