Bitte nicht füttern!

Pferde auf der Koppel üben auf viele Kinder und Spaziergeher eine magische Anziehungskraft aus. Gut gemeint werden diese auch gerne gefüttert mit Gras, Brot oder anderen Leckereien oder sogar Bio-Abfall, der oftmals gar nicht in ein Pferd gehören. Pferdebesitzer allerdings sehen das nicht gerne. Ich kann es verstehen und würde nie ein fremdes Pferd füttern. Denn auch meine Sissy hat ganz besondere Bedürfnisse, was die Fütterung anbelangt und ich weiß, dass unkontrollierte Leckerchen das Fass zum Überlaufen bringen würden und zum Bespiel einen erneuten Reheschub auslösen könnten. Doch es gibt noch viel mehr Gründe, warum man fremde Pferde nicht füttern soll. Hier erfährst du sie.

Warum wir fremde Pferde nicht füttern! Foto: Haflinger Austria

1.) Du weißt nichts über dieses Pferd!

Das Pferd könnte krank sein, unter Magenproblemen leiden, Allergien haben oder der Gesundheit zu Liebe auf Diät sein. Es könnte sich auch um ein Hufrehe oder stoffwechselempfindliches Pferd handeln, bei dem das Futtermanagement bis ins Detail abgestimmt ist. In diesen Fällen könnte die Fütterung durch Kinder oder Passanten Lebensgefahr bedeuten.

2.) Du durchkreuzt die Pläne der Besitzer!

Der Pferdebesitzer gibt sein Bestes, sein Pferd so zu füttern, dass er es gesund erhält. Er passt das Futter mengenmäßig an sein Pferd an und berücksichtigt individuelle und rassebedingte Bedürfnisse. Haflinger sind sehr leichtfuttrig und kommen daher mit wenig aus. Frisst ein Pferd zu viel wird es fett, träge und krank. Auch Sissy und ich haben einen genauen Futterplan und sie konnte so 60kg in einem Jahr verlieren, was gesundheitlich absolut notwendig war. Füttern Passanten lieb gemeint das Pferd, kann dies der Besitzer nicht in seinen Plan einberechnen und du durchkreuzt damit seine Pläne. Wenn du ein Pferd unbedingt füttern oder streicheln möchtest, frag vorher den Besitzer. Er wird dir viel über seine Pferde erzählen können.

3.) Es ist auch für dich gefährlich!

Das Füttern fremder Pferde ist nicht nur für das Pferd lebensgefährlich, sondern im schlimmsten Fall auch für dich. Du kennst das Pferd nicht. Du kennst die Herde nicht. Bei der Fütterung kommt es innerhalb der Herde häufig zu Futterneid. Das wird schnell gefährlich. Pferde können gierig nach dem Futter schnappen oder untereinander in einen Streit geraten.

4.) Oft ist es sogar verboten!

Nicht jeder Pferdebesitzer schützt sich mit einem „Füttern verboten“-Schild, dennoch sollten Passanten natürlich nie fremde Pferde unwissentlich füttern. Wenn man vorher fragt, ist das etwas anderes. Fremde Pferde füttern kann sogar teuer werden, da ein Pferdehalter einen gewissen gesetzlichen Schutz vor Passanten genießt. So ist es das gute Recht eines Pferdehalters auf Schildern Kinder und Erwachsene darauf hinzuweisen, dass das Füttern von Pferden nicht erwünscht bzw. verboten ist. Können uneinsichtige Zaungäste es weiterhin nicht lassen, Pferde ohne Einverständnis des Pferdehalters zu füttern und erkrankt ein Pferd daran, müssen sie unter Umständen die Tierarztkosten übernehmen oder dem Besitzer einen Schadenersatz zahlen.

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